Interview mit Dominik Bösl


Dominik Bösl

Dominik Bösl leitet als VP bei der KUKA AG, die zu den weltweit führenden Anbietern für Industrieroboter gehört, das Feld Innovation und Technology Management. Auf der Command Control wird er die Zusammenhänge von Cybersecurity und KI bzw. Robotic Governance beleuchten. Wir haben mit ihm über die Sicherheitsherausforderungen in der Robotik und in international agierenden Unternehmen gesprochen.

Was sind die besonderen Security-Herausforderungen für international agierende Unternehmen?

Bösl: Die Sicherheitsherausforderungen für international agierende Unternehmen sind grundsätzlich nicht anders als für lokale Unternehmen. Es geht jeweils darum, was mit den Daten passiert und wie sichergestellt werden kann, dass die Daten nicht in die Außenwelt gelangen. Aber es gibt weltweit natürlich sehr unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen, die sich auf die jeweilige Sicherheitsstrategie auswirken sollten. Zudem gibt es hinsichtlich Privacy sehr unterschiedliche Einstellungen dazu, wie mit Benutzerdaten umzugehen ist. Auch das müssen international tätige Unternehmen beachten.

Und welche besonderen Security-Herausforderungen gibt es in der Robotik?

Bösl: Mit Robotik verhält es sich in dieser Hinsicht nicht anders als mit anderen Aspekten des Internet of Things: Zunächst einmal dürfen Daten nicht unkontrolliert irgendwo in die Außenwelt gelangen. Denn das ist eine wirtschaftliche Katastrophe, vergleichbar damit wenn Erdöl in die Natur gelangt. Außerdem sind durch Angreifer verursachte Produktionsausfälle – beispielsweise wenn es jemand schafft, eine Produktionslinie anzuhalten – eine große Gefahr. Man muss sich dazu nur vor Augen halten, dass eine Autokarosse heute innerhalb 40 bis 60 Sekunden gebaut wird. Wenn aufgrund eines Sicherheitsvorfalls eine Produktionslinie nur für drei Minuten stoppt, hat ein Automobilhersteller schon drei Autos verloren. Bereits kleinere Zwischenfälle können also spürbare finanzielle Auswirkungen haben.

Was erwartet die Teilnehmer beim Panel Robotics meets BI am 21. September auf der Command Control?

Bösl: Beim Panel Robotics meets BI werden wir uns damit auseinandersetzen, wie Robotik und Automatisierung, also auch Consumer Robotik, unsere Lebenswelt durchdringen werden. Robotik wird in der Zukunft allgegenwärtig sein. Ich glaube sogar, dass unsere Enkelkinder die ersten Robotic Natives sein werden. Umso wichtiger ist es, dass wir die Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, also auf BI, und natürlich auf Security beachten. Denn genau an dieser Stelle müssen unsere Informationen auch in Zukunft sicher sein.

Kann Cybersecurity Ihrer Meinung nach ein Wachstumshebel für Unternehmen sein?

Bösl: Ja definitiv. Ich denke, dass langfristig nur diejenigen Unternehmen am Markt erfolgreich sein werden, die sich mit Datensicherheit auseinandersetzen und sich angemessen darum kümmern. Deswegen ist dieses Thema so wichtig, nicht nur für Nutzer, sondern auch für Unternehmen und für alle Teilnehmer in der digitalen Supply Chain.

Die Command Control wendet sich in erster Linie an Entscheider. Warum sollte sich diese Zielgruppe mit dem Thema Cybersecurity auseinandersetzen?

Bösl: Meiner Meinung nach muss das Verständnis, dass Cybersecurity in Zukunft extrem wichtig ist, ganz oben in den Unternehmen anfangen. Denn je mehr wir Dinge vernetzen, egal ob es sich um Produktionsstraßen, smarte Geräte zuhause oder andere Assets wie Self-Driving Cars handelt, desto mehr Angriffspunkte gibt es und desto wichtiger wird Cybersecurity. Dieses Verständnis muss im strategischen Management verankert sein.

Warum freuen Sie sich auf die Command Control?

Bösl: Ich finde, dass Veranstaltungskonzept der Command Control sehr gelungen. Cybersecurity betrifft uns alle, da in Zukunft alle Dinge vernetzt sein werden. Dabei muss die Sicherheit gewährleistet sein. Und das geht nur, wenn die Entscheider in den Unternehmen involviert sind.